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Schälen

Wie funktionieren Linien zum Schälen

Beim Schälen wird die Schale bzw. die Getreidehüllschicht entfernt, wodurch der Wert des Korns erhöht wird. Der Schälvorgang erfolgt aufgrund verschiedener Prinzipien, z.B. Reibung, Scherung, Aufprall oder mit Hilfe von anderen Technologien, welche Wärme, Wasser, Chemikalien usw. nutzen.

Ein guten Grund zur Anschaffung einer Schältechnologie ist die Aufwertung von Agrarwaren und die höhere Wertschöpfung beim Verkauf des Finalproduktes. Ein weiterer Grund ist der Einsatz dieser Technologie vor einer Aufbereitungslinie zur Herstellung von Lebensmittel oder Futtermittel. Ein Beispiel ist die Verwendung des Schälers in einer Linie zur Herstellung von Haferflocken. Weiterhin können zum Beispiel in einer Ölpresse die Samen vor dem Pressen geschält und damit die Qualität des Öles und des Ölpresskuchens, welcher ein wichtiger Rohstoff zur Futterqualität ist, beeinflusst werden.

Zum Schälen geeignete landwirtschaftliche Kulturen sind Getreide, Hülsenfrüchte, Ölfrüchte und weitere technische und exotische Agrarrohstoffe.

Zu den Grundmodellen von Schälmaschinen gehören:

Horizontal-Intensivschälmaschine
Die Horizontal-Intensivschälmaschine JHP wird zum Entfernen von Hüllschichten und zur Oberflächenreinigung von Getreide oder Hülsenfrüchten vor ihrer Weiterverarbeitung verwendet. Die Maschine wird zum intensiven Entfernung von Getreideschutzhüllen, z.B. vor dem Mahlen von Roggen in Mühlen und zum Entspitzen von Hafer vor dem Flockieren eingesetzt. Zum Schälen wird ein Steinschälmantel, auf dem das Material gerieben wird, verwendet. Dazu wird durch auf dem Rotor angeordnete Schaufeln ein Luftstrom erzeugt, welcher das Material durch die Maschine transportiert. Eine Mischung aus Körnern und Schalen fällt am Ablauf der Maschine, welche meist mit einem Aspirationskanal ausgerüstet ist, heraus. Die Horizontal-Intensivschälmaschine ist zum Schälen von folgenden Agrarwaren bestimmt: Roggen, Hafer, Dinkel, Einkorn, Emmer, Erbsen, Linsen, Lupinen usw.

 

Horizontal-Scheuermaschine
Die Horizontal-Scheuermaschine JHS wird zur Oberflächenreinigung von Getreide oder Hülsenfrüchten vor ihrer Weiterverarbeitung verwendet. Zum Scheuern wird ein Scheuermantel aus Lochblech verwendet, auf dem das Material gerieben wird, auf dem durch die Drehbewegung der Antriebsschaufeln das Material gerieben wird, verwendet. Dazu wird durch auf dem Rotor angeordnete Schaufeln ein Luftstrom erzeugt, welcher das Material durch die Maschine transportiert. Durch einen Auslauftrichter unter dem Mantel fallen die Schalen und das Bruchkorn aus der Maschine. Die Horizontal-Scheuermaschine JHS wird zur Oberflächenreinigung von Weizen verwendet. Dabei wird ein Teil der Getreideschutzhülle und die Schalen mit Bärtchen entfernt. Diese Scheuermaschine kann auch zum Entgrannen von Gerste, zum Entspelzen von Dinkel und Reis, zum Entspitzen von Kümmel oder zur Oberflächenreinigung und zum Polieren von sonstigem Getreide und Hülsenfrüchten verwendet werden. Sie kann auch als Bürstenmaschine JHB verwendet werden.

 

Prallschäler
Der Prallschäler JHI wird zum Schälen von Ölfrüchten oder Getreide verwendet, bei denen der Kern nicht fest mit der Schale verbunden ist. Das Schälen erfolgt nach dem Prinzip der Nutzung der kinetischen Energie des Kornaufpralls. Der Prallschäler JHI wird zum Schälen von Agrarwaren nach der Reinigung und Sortierung bzw. Kalibrierung verwendet. Nach dem Schälen müssen die Schalen, die Bruchkerne und ungeschälte Körner aussortiert werden. Die Maschine ist nicht zum Schälen von Samen geeignet, bei denen die Schale fest am Kern haftet.
Der Prallschäler wird zum Schälen von Ölfrüchten wie Sonnenblumenkernen, Hanf, Moringa, Pinienkernen, Kirschkernen sowie zum Schälen von Getreide wie Hafer, Dinkel, Einkorn und Emmer eingesetzt. Das geschälte Rohmaterial ist für den direkten Verzehr geeignet oder es kann in Linien zur Herstellung von Lebensmitteln oder Futtermitteln verarbeitet werden.

 

Unterläuferschäler
Der Unterläuferschäler JHD wird zum Schälen von Samen verwendet, bei denen die Schale nicht fest am Kern anhaften. Das Schälen erfolgt durch Scherwirkung in einem Spalt zwischen zwei Scheiben, wobei die untere Schreibe rotiert (Rotor) und die obere Scheibe unbeweglich (Stator) ist. Das Material tritt durch eine Öffnung in die Mitte der Scheiben ein und an der Außenkante der Scheiben wieder aus. Es können verschiedene Kombinationen von Schälscheiben verwendet werden – z.B. Stahl, Gummi und Korund. Die rotierende Scheibe ist in Wälzlagern mit einem hohen Wirkungsgrad gelagert. Die unbewegliche Scheibe ist vertikal verstellbar. Dadurch kann der Spalt zwischen beiden Scheiben, der sogenannte Schälspalt, eingestellt werden. Die Oberfläche des Rotors und des Stators ist an die Art des zu schälenden Rohmaterials anzupassen. Die Einstellung des optimalen Schälspaltes zwischen Rotor und Stator des Unterläuferschälers hängt von der Korngröße des jeweiligen Rohmaterials ab. Das Rohmaterial muss in den Unterläuferschäler gleichmäßig eingebracht werden. Das zum Schälprozess geführte Rohmaterial muss sehr gut gereinigt werden, vor allem muss es frei von Steinen sein, welche den Schälmantel beschädigen können. Die Samen müssen nach Größe kalibriert werden. Der Unterläuferschäler wurde speziell zum Schälen von Buchweizen und Hirse entwickelt.

 

Vertikalschleifmaschine
Die Vertikalschleifmaschine JHV wird zum intensiven Schälen und Schleifen von Getreide und Hülsenfrüchten verwendet. Der Schäl- bzw. Schleifvorgang erfolgt in einem Spalt zwischen den einer Hohlwelle gelagerten vertikalen Schleifscheiben und einem kreisförmigen Sieb. Durch die Hohlwelle strömt Luft, die das geschälte Produkt abkühlt. Ein Schieber zur Regulierung von Leistung und Intensität des Schälens bzw. Schleifens befindet sich am Auslass der Maschine. Die Maschine muss an eine externe Aspiration angeschlossen werden, um Schalen und Schleifstaub kontinuierlich zu entfernen. Die Vertikalschleifmaschine wird zum Schälen von Gerste bei der Herstellung von Graupen, zum Schälen von Linsen, Weizen, Roggen, Sorghum, Erbsen, Reis und auch zum Schleifen von Getreide wie zum Beispiel Dinkel zu „Dinkelreis“ eingesetzt.

 

Kompaktschäler
Der Kompaktschäler JHC arbeitet nach demselben Prinzip wie der Prallschäler JHI, nur sind Rotor und Stator hier horizontal angeordnet. Das geschälte Material gelangt über einen Einlaufkanal in den Rotor, wo es beschleunigt und gegen einen speziellen verschleißfesten Prallring aus abriebfestem Kunststoff geschleudert wird. Dabei lösen sich die Schalen bzw. Spelzen vom Korn. Diese Methode des Schälens ist sehr effizient und energiesparend. Der Kompaktschäler JHC ist zum Schälen von Getreide, vor allem von Dinkel, Einkorn, Emmer und Hafer, bestimmt.

 

Entgranner
Der Entgranner JHA ist für das Entgrannen und die Vorbereitung von Samen vor der Reinigung bestimmt. Die Maschine besteht aus einem robusten Gehäuse aus Stahlblech, in denen eine rotierende Rührwelle mit Schlagstiften eingebaut ist. Durch Rotation der Rührwelle reibt das Material aneinander und es kommt zum gewünschten Effekt. Die Leistung und Intensität der Materialbehandlung wird mit einem Schieber am Auslass eingestellt.
Beim Einsatz eines Entgranners JHA als separate Maschine ist es wichtig, einen Aspirationskanal am Auslass anzubringen. Bei der Installation der Maschine im Einlass einer modifizierten Reinigungsmaschine JCM VibroMAX wird empfohlen, einen Bypass zur Umgehung des Entgranners zu installieren.
Der Entgranner JHA wird zum Entgrannen von Gerste, zum Entspelzen von Weizen, zum Entspitzen von Hafer und zum Zerteilen von Samenknäueln verwendet.